Werbehinweis: Diese Seite enthält Affiliate-Links (*). Bei einem Kauf über einen solchen Link erhalten wir ggf. eine Provision.

Startseite Ratgeber Materialien
Material

Viscoschaum oder Kaltschaum? Die Kernmaterialien im Vergleich

Viscoschaum, Kaltschaum, Gelschaum, Latex, Wasserkern: Das Kernmaterial bestimmt, wie sich ein Nackenstützkissen anfühlt, wie warm es wird und wie lange es seine Form hält. Die Stützhöhe bestimmt es nicht – deshalb kommt diese Entscheidung an zweiter Stelle.

⏱ 7 Min Lesezeit Stand 24.09.2026
Schaumstoffblöcke verschiedener Kernmaterialien im Querschnitt nebeneinander

Das Wichtigste in Kürze

  • Viscoschaum passt sich der Kopfform an, staut aber Wärme und riecht anfangs häufig.
  • Kaltschaum ist kühler und federt zurück – bei Nackenstützkissen ist er allerdings kaum am Markt.
  • Gelschaum ist die kühlere Antwort auf Viscoschaum, zu einem höheren Preis.
  • Latex ist punktelastisch, formstabil und schwer; Wasserkern ist das einzige stufenlos einstellbare Prinzip.
  • Ein Raumgewicht weist keiner der vierzehn Hersteller in unserem Vergleich aus – die Zahl ist als Kaufkriterium praktisch nicht verfügbar.

Viscoschaum oder Kaltschaum: die kurze Antwort

Wer diese Frage stellt, will meist zwischen zwei Eigenschaften wählen: Anschmiegsamkeit auf der einen, Kühle und Rückstellkraft auf der anderen Seite. Viscoschaum liefert die erste, Kaltschaum die zweite.

In der Praxis läuft die Entscheidung bei Nackenstützkissen aber oft ins Leere – und das ist ein Befund, keine Ausrede. Für unsere Auswahl haben wir zwei Suchläufe auf amazon.de ausgewertet, zusammen 105 Angebote. Genau ein Kissen nennt sich im Titel Kaltschaumkissen, und es hatte zum Erhebungszeitpunkt 17 Kundenstimmen. Auf die Suchanfrage nach Kaltschaum antwortet der Marktplatz überwiegend mit Viscoschaummodellen. Wer bei Kissen Kaltschaum sucht, sucht also nach einer Kategorie, die es bei Matratzen gibt und bei Kissen kaum. Aus demselben Grund bietet der Filter in unserem Vergleich keinen Kaltschaum-Wert an: Ein Filter mit einem einzigen Ergebnis ist keiner.

Wenn Sie Viscoschaum vermeiden wollen – wegen der Wärme oder wegen des Geruchs –, sind Gelschaum und Latex die realistischen Alternativen. Beide sind unten einzeln beschrieben.

Viscoschaum

Viscoschaum reagiert auf Druck und Körperwärme: Er gibt unter dem Kopf langsam nach und formt eine Mulde, die genau zu dieser Kopfform passt. Nach dem Aufstehen kehrt er über einige Minuten in seine Ausgangsform zurück. Das ist der Grund für die weite Verbreitung – acht der vierzehn Kissen in unserem Vergleich haben einen Viscoschaumkern.

  • Stärke: gleichmäßige Druckverteilung, hohe Formtreue über Jahre, breite Auswahl in jeder Preislage.
  • Schwäche: speichert Wärme. Wer nachts schwitzt, merkt das.
  • Schwäche: riecht nach dem Auspacken häufig deutlich nach Chemie. In den von uns ausgewerteten Rezensionen ist das der am häufigsten genannte Kritikpunkt überhaupt. Meist legt es sich in ein bis zwei Wochen, in einzelnen Berichten bleibt es hartnäckig.
  • Eigenheit: Der Schaum wird bei Kälte fester. Ein Kissen, das im Winter im kalten Schlafzimmer liegt, fühlt sich in den ersten Minuten härter an.

Wie Sie den Geruch beschleunigt loswerden, steht im Ratgeber zu Pflege und Lebensdauer.

Kaltschaum

Kaltschaum ist ein offenporiger Polyurethanschaum, der ohne Wärmezufuhr aufgeschäumt wird. Er federt sofort zurück, statt sich langsam anzuformen, und leitet Wärme deutlich besser ab als Viscoschaum. Für Matratzen ist er das meistverkaufte Material in Deutschland.

Bei Kissen ist das anders, siehe oben. Wenn Sie ein Kaltschaumkissen suchen, prüfen Sie die Materialangabe im Datenblatt und nicht nur den Angebotstitel – „Schaumstoff" und „Memory Foam" stehen dort oft nebeneinander, und gemeint ist dann Viscoschaum. Ein ehrlicher Hinweis: Wir führen kein Kaltschaummodell im Vergleich, weil sich keines gefunden hat, das eine belastbare Zahl an Kundenstimmen hinter sich hat.

Die Stärke/Schwäche-Liste, die Sie bei den anderen vier Materialien finden, fehlt hier bewusst: Ohne ein am Markt verfügbares Kaltschaumkissen aus unserem Vergleich gäbe es dafür keine eigene Grundlage – nur Herstellerangaben zum Rohmaterial, keine Kundenerfahrung an einem Kissen.

Gelschaum

Gelschaum ist ein Viscoschaum, dem Gelanteile beigemischt sind. Er verhält sich ähnlich anschmiegsam, leitet aber mehr Wärme ab und stellt sich schneller zurück. Für Menschen, die den Liegekomfort von Viscoschaum wollen und die Wärme nicht, ist er der naheliegende Kompromiss.

  • Stärke: kühler als reiner Viscoschaum, schnellere Rückstellung beim Positionswechsel.
  • Schwäche: in der Regel teurer als ein vergleichbares Viscoschaumkissen.
  • Hinweis: „Gel" ist kein geschützter Begriff. Manche Hersteller meinen eine eingearbeitete Gelschicht, andere eine Beimischung im ganzen Kern. Die Angebotsbeschreibung sagt selten, welches von beidem – im Zweifel gilt die Angabe im Datenblatt.

Latex

Latex gibt es als Naturlatex aus Kautschukmilch und als synthetischen Latex. Beide sind punktelastisch: Sie geben genau dort nach, wo Druck herrscht, und bleiben daneben stabil. Ein Latexkern hält seine Höhe zuverlässiger als ein Schaumkern und ist in der Regel deutlich schwerer.

  • Stärke: formstabil, gut belüftet durch die typischen Luftkanäle im Kern, angenehm für Menschen, die Viscoschaum als zu nachgiebig empfinden.
  • Stärke: Die Oberfläche ist für Hausstaubmilben wenig attraktiv – ein Punkt, den Allergiker oft suchen. Ein Allergieschutz ist das nicht, der liegt am waschbaren Bezug.
  • Schwäche: Eigengeruch. Naturlatex riecht in den ersten Wochen leicht gummiartig; manche empfinden das als angenehmer als den Chemiegeruch von Viscoschaum, andere nicht.
  • Schwäche: Gewicht. Ein Latexkissen im Standardmaß wiegt ein Vielfaches eines Federkissens, was das Aufschütteln und den Bezugswechsel mühsamer macht.

Wasserkern

Ein Wasserkissen besteht aus einer flachen Wasserkammer, umgeben von einer Faserfüllung und einem Bezug. Die Füllmenge – typischerweise zwischen 2 und 5 Liter – bestimmt Stützhöhe und Härte zugleich, und zwar stufenlos. Das ist das einzige Prinzip im Feld, bei dem Sie nicht zwischen zwei Stufen landen können.

  • Stärke: Höhe nachträglich änderbar, ohne Rückgabe. Für Menschen, die ihre passende Stützhöhe noch nicht kennen, ist das der risikoärmste Kauf.
  • Stärke: Beim Positionswechsel verteilt sich das Wasser um, ohne dass Sie etwas tun müssen.
  • Schwäche: Gewicht. Gefüllt bringt ein Wasserkissen mehrere Kilogramm auf die Waage.
  • Schwäche: Gluckern, wenn Restluft in der Kammer bleibt. Sorgfältiges Entlüften beim Befüllen beugt vor.
  • Schwäche: Undichtigkeit ist der Fall, den niemand will. In den Rezensionen zum sleepling-Wasserkissen in unserem Vergleich kommt sie vereinzelt vor; beim Mediflow-Kissen findet sich dagegen keine einzige Meldung. Ein Handtuch unter dem Kissen während der ersten Nächte kostet trotzdem nichts.

Raumgewicht: was die Zahl sagt – und warum Sie sie selten finden

Das Raumgewicht (RG) gibt an, wie viel Kilogramm Schaum auf einen Kubikmeter kommen, geschrieben etwa als „RG 50". Es ist kein Härtegrad, sondern ein Maß für die Materialmenge und damit ein guter Anhaltspunkt für die Haltbarkeit: Höheres Raumgewicht bedeutet in der Regel, dass der Kern länger braucht, bis er durchliegt.

Bei Matratzen ist die Angabe üblich, bei Kissen nicht. Keiner der vierzehn Hersteller in unserem Vergleich weist ein Raumgewicht aus. Als Kaufkriterium fällt die Zahl damit praktisch aus. Was bleibt, sind zwei Ersatzsignale: die Angaben zum Kernvolumen und vor allem die Rezensionen nach sechs bis zwölf Monaten – dort steht, ob ein Kissen seine Höhe gehalten hat.

Die Form: Nackenwelle, Kopfmulde, Schmetterlingskissen

Neben dem Material entscheidet die Form über das Liegegefühl. Drei Bauarten sind verbreitet:

  • Nackenwelle mit Kopfmulde. Die klassische ergonomische Form: eine erhöhte Kante für den Hals, eine Vertiefung für den Hinterkopf. Viele Modelle haben zwei unterschiedlich hohe Kanten, sodass Wenden die Stützhöhe ändert.
  • Schmetterlingskissen. Die seitlichen Ausbuchtungen geben dem Arm in der Seitenlage Platz, die Mittelmulde hält den Kopf. Wer im Schlaf den Arm unter das Kissen schiebt, gewinnt hier spürbar; die Form braucht allerdings Eingewöhnung.
  • Flaches Rechteck. Ohne Kontur, dafür in jeder Position gleich. Für Bauchschläfer und für alle, die Konturkissen als bevormundend empfinden.

Die Form ändert nichts an der Rechnung aus dem Ratgeber Stützhöhe finden – sie bestimmt nur, wie angenehm sich die richtige Höhe anfühlt.

Welches Material bleibt am kühlsten?

Nach Wärmestau geordnet, von kühl nach warm: Latex mit durchgehenden Luftkanälen, dann Gelschaum, dann Wasserkern – der sich anfangs kühl anfühlt und sich später auf Körpertemperatur einpendelt –, zuletzt Viscoschaum. Fast ebenso wichtig wie der Kern ist der Bezug: Ein dichter Polyesterbezug macht jedes Material wärmer, ein Baumwoll- oder Viskosebezug jedes kühler. Wer nachts schwitzt, sollte deshalb nicht nur auf den Kern sehen, sondern auf die Bezugsangabe im Datenblatt.

Je Kernmaterial ein Kissen aus unserem Vergleich

Jeweils das bestbewertete Modell seiner Materialgruppe. Die vollständige Liste mit Filter nach Kernmaterial steht im Vergleich.

Mediflow Das erste & Original Wasserkissen, Ideal für die richtige Nackenunterstützung (40 x 80 cm)
WASSERKISSEN · STÜTZHÖHE EINSTELLBAR

Mediflow Das erste & Original Wasserkissen, Ideal für die richtige Nackenunterstützung (40 x 80 cm)

BEWERTUNG 1,4

Wasserkissen mit stufenlos einstellbarer Stützhöhe, passt sich Seiten-, Rücken- und Bauchlage an – wiegt gefüllt aber merklich mehr und fühlt sich kühl an.

Blumtal Nackenstützkissen - Orthopädisches Kissen - Memory Foam Kissen - Oeko-TEX zertifiziertes Kopfkissen Nackenschmerzen - ergonomisches Kopfkissen Seitenschläfer - Nackenkissen Bett - Neck Pillow
VISCOSCHAUM · STÜTZHÖHE EINSTELLBAR

Blumtal Nackenstützkissen - Orthopädisches Kissen - Memory Foam Kissen - Oeko-TEX zertifiziertes Kopfkissen Nackenschmerzen - ergonomisches Kopfkissen Seitenschläfer - Nackenkissen Bett - Neck Pillow

BEWERTUNG 1,5

Drei entnehmbare Schichten für flexible Stützhöhe zum günstigen Preis, vereinzelt berichten Rezensionen von zu flach gebliebenen Exemplaren.

Evergreenweb Ergonomisch Nackenstützkissen 40x80 h9 cm aus Latex mit Kern aus 100% orthopädisches Latex und Kissenbezug Aloe Vera kopfkissen, Kissen, nackenkissen
LATEX · STÜTZHÖHE EINSTELLBAR

Evergreenweb Ergonomisch Nackenstützkissen 40x80 h9 cm aus Latex mit Kern aus 100% orthopädisches Latex und Kissenbezug Aloe Vera kopfkissen, Kissen, nackenkissen

BEWERTUNG 2,1

Günstiges Latexkissen mit zwei Stützhöhen – mehrere Rezensionen berichten allerdings von kleineren Maßen als beworben.

Siebenschläfer Nackenstützkissen Visko-Gelschaum, Höhe 13 cm - Kopfkissen mit Bamboo-Bezug (Memory Foam), druckausgleichend - Kissen in 70 x 36 cm
GELSCHAUM · STÜTZHÖHE FEST, HOCH

Siebenschläfer Nackenstützkissen Visko-Gelschaum, Höhe 13 cm - Kopfkissen mit Bamboo-Bezug (Memory Foam), druckausgleichend - Kissen in 70 x 36 cm

BEWERTUNG 2,2

Gelschaum-Kissen mit fester Stützhöhe von 13 cm und breiter Erfahrungsgrundlage – für Bauchschläfer und bei Wunsch nach reinem Bambusbezug weniger geeignet.

Fazit

Das Kernmaterial ist eine Komfortentscheidung, keine Passformentscheidung. Wer nachts schwitzt, meidet reinen Viscoschaum. Wer ein festes, formstabiles Liegegefühl sucht, nimmt Latex. Wer seine Stützhöhe noch nicht kennt, nimmt einen Wasserkern oder ein Schichtsystem. Und wer bei Kaltschaum bleiben möchte, wird bei Kissen kaum fündig – das ist unangenehm, aber ehrlicher, als ein Alibi-Modell zu empfehlen.